Knackig prickelnd

Ein wahrer Prosecco kommt aus Italien. Einst als Mädchenbrause verschrien, hat er nunmehr seinen Platz zwischen Champagner und Sekt gefunden.


Prosecco. Ein Wort, das Assoziationen weckt. Silvester, ein Empfang, ein Geburtstag, ein Abend bei Freunden … Doch hinter dem Wort steht eine ganzes Lebensgefühl. Und nicht erst seit dem Hugo-Boom liegt die weiße Glera-Traube aus Treviso in Venetien im Trend. Gut, nicht jeder, der ihn trinkt, macht sich Gedanken, ob die Gärung nun in der Flasche oder im Stahltank vor sich ging, um wieviel höher der Kohlensäuregehalt sein muss, damit ein Schaum- (Spumante) und kein Perlwein (Frizzante) entsteht und ob es wirklich nur der Alkoholgehalt ist, der einen Prosecco vom Sekt unterscheidet und vom Champagner.

Und nicht jeder, der Prosecco mag, trinkt ihn – im Cocktail oder pur. Er eignet sich zum Beispiel hervorragend für Desserts. Schon mal Prosecco-Zabaione auf Orangenfilets probiert? Oder geeiste Waldmeisterbonbons an Himbeer-Prosecco-Sauce? Ein Traum!
Weinhändler Jürgen Krämer: „Ja, Prosecco ist ganz eindeutig ein Trend. Er hat an Popularität nichts eingebüßt.“

„Prosecco hat an Popularität nichts eingebüsst.“
Jürgen Krämer

Woran man einen guten Prosecco erkennt? „Er sollte eine schöne Frucht präsentieren, einen schönen Schmelz, sollte viel Fülle haben, Eleganz. Und er sollte ein bisschen knackig sein, frisch anmuten.“ Krämers Lieblings-Prosecco kommt vom Familienweingut Masuret. „Ein Spumante Superiore San Boldo. Herrlich. Da muss ich dann immer aufpassen, dass ich nicht so schnell die ganze Flasche leertrinke.“

Im Vergleich zu einem Prosecco aus dem Supermarkt ist das natürlich eine völlig andere Welt. Jürgen Krämer: „Dem wird ja oft massig Kohlensäure zugesetzt. Und die Bitterstoffe beeinflussen natürlich den Geschmack.“ Und dann erzählt er. Schwärmerisch. Von der Luft der Dolomiten, die über die Weinberge streicht und die Trauben trocknet.

Wer hip ausgeht und sich für Prosecco entscheidet, dürfte zuweilen auf die Welt von Scavi & Ray stoßen. Ihr Prosecco entsteht selbstverständlich auch in Venetien. Die italienische Premium-Marke steht für edles Design und exzellente Qualität der verwendeten Rebsorten und ist die Sensation bei jedem Event der Extraklasse. Ob renommierte Fashion Shows, internationale Filmpremieren oder als Partner von Europas bedeutendster Musikpreis-Verleihung „Echo“. Sie bringt den Italian-Lifestyle in unsere Barkultur und sorgt für ein wunderbares Prickeln. „Sparkling pleasure“ sagt Scavi & Ray dazu. Man kann es z. B. im Alando oder in der Lagerhalle genießen.

Die Marke lässt manchen, der auf lokale Authentizität setzt, vielleicht die Augenbrauen heben. Aber auch hier ist Qualität Ehrensache: Keine künstlich zugesetzte Kohlensäure. Und: Champag­nerkorken. Der perlende Sprizzione zum Beispiel, mit einem Hauch von Bitter-Orange … Oder der Spumante … Über 8 bis 10 Grad Celsius sollten beide allerdings nicht auf den Tisch kommen, sonst entweicht die Kohlensäure zu schnell.

Auch Männer trinken Prosecco. Katharina Krüwel vom Sonnendeck erlebt allerdings meist das Gegenteil: „Bei uns ist das eher was für die Damen“, lacht sie. „Die Männer greifen zum Bierhumpen.“ Vielleicht auch verständlich. Denn im Sonnendeck gibt es den Prosecco nicht aus großen Flaschen – er kommt in goldfarbenen 0,2l-Alu-Fläschchen auf den Tisch. Glitter & Gold steht drauf, sprechenderweise. Genau genommen ist das auch gar kein richtiger Prosecco, denn er kommt aus Deutschland. Secco Pur nennt sich das. Katharina Krüwel: „Und den in einer Männerhand? Mit Trinkhalm? Das sähe wohl wirklich ein bisschen komisch aus.“

Weinhändler Jürgen Krämer macht da andere Erfahrungen: „Bei uns geht die Klientel querbeet. Jung und alt. Männer und Frauen.“ Prosecco ist für ihn der „Inbegriff des Terrassenweins“. Allerdings eher solo, zum Beispiel als Aperitif. Mit Freunden, zum Geburtag, auf der nächsten Party …

TEXT Harff-Peter Schönherr | Foto Rgvc/Fotolia.com