Schwarzer Genuss

Mehr und mehr Café-Betreiber servieren qualitativ hochwertigen Kaffee. Dafür verwenden sie individuell geröstete Bohnen, die für ein besonderes Aroma sorgen. Kaffeegourmets wissen das zu schätzen.
Die Zeiten, in denen man einen Pott schwarzen Filterkaffee beim Kaffeebesuch vor die Nase gesetzt bekommt, sind vorbei. Kaffee will heutzutage genossen werden. Genauso wie man immer stärker auf die Qualität und Herkunft von Lebensmitteln achtet, legen viele Gastronomen auch vermehrt Wert auf einen guten Kaffee.

In Osnabrück gab es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts knapp zwanzig Kaffeerösterein, die jedoch alle im Laufe des 20. Jahrhunderts von den Industrieröstern verdrängt wurden. Seit kurzem sind in Osnabrück wieder zwei kleine Kaffeeröstereien ansässig.

„Transparenz in der Kaffeeherstellung wird immer wichtiger.“
Christoph Sierp

Das parks, es wird Ende Dezember schließen, war eines der ersten Gastronomiebetriebe, die wieder selbst gerösteten Kaffee verkauften. Geschäftsführer Christoph Sierp betreibt mittlerweile zusammen mit seinem Kollegen Jochen Kaiser seine eigene Rösterei, das Ferdinands. „Transparenz wird immer wichtiger. Die Menschen wollen wissen, was sie zu sich nehmen“, findet der Mann mit der Leidenschaft für guten Kaffee.

Im Lieblingskaffee gibt es die Lieblingskaffee Hausmischung. Geliefert wird sie von der Privatrösterei Röstbar aus Münster. „Wir haben verschiedene Kaffeeröstungen getestet und uns für diese entschieden“, erklärt Christina Woltering vom Lieblingskaffee.

Kaffee von einer großen Industriefirma kam für die Betreiberin nicht in Frage. „Der Kaffee ist unser Baby, auf den legen wir ganz besondern Wert. Eine langsame schonende Röstung ist uns wichtig. Man schmeckt den Unterschied.“
Die Kunden danken es ihr – quer durch alle Altersschichten. „Wir haben damals vor der Eröffnung überlegt, wen wir mit dem Lieblingskaffee eigentlich ansprechen wollen. Unsere Antwort: Alle, die Wert auf einen guten Kaffee legen. Und so ist es auch.“ Eigene Röstungen wie im Lieblingskaffee sind hauptsächlich in inhabergeführten Cafés zu finden. Dort, wo Wert auf Individualität, Qualität und Fairen Handel gelegt wird.

So auch in der Kaffeebar barösta in der Redlinger Straße. Echtes Handwerk und regionale Spezialitäten sind hier Programm. „Es war schon immer unser Traum, ein eigenes Café mit selbstgerösteten Kaffee zu betreiben“, schwärmen Inhaberin Nicole Knese und ihr Mann Yll Qirezi.

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„Es war schon immer unser Traum, ein eigenes Café mit selbstgeröstetem Kaffee zu betreiben.“
Nicole Knese und Yll Qirezi

Und weil die eigene Rösttrommel nicht in die kleinen Räumlichkeiten passt, röstet man die eigenen Kreationen momentan noch in einer Ham­burger Rösterei. Zehn Kaffeesorten umfasst das Angebot der Kaffeeexperten, u.a. den Filterkaffee Redlinger No. 1. Alle Röstungen kann man vor Ort genießen oder für den Heimverzehr mitnehmen.
Guter Kaffee, ein Trend? Christoph Sierp: „Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Das Bewusstsein für guten Kaffee steigt.“ Schließlich geht man in den meisten Fällen aus einem bestimmten Grund in ein Café: Abschalten und genießen!BU

 

Text und Foto Judith Kantner