Theken-Talk: Hans-Günter Schrage

Hans-Günter Schrage

Hans-Günter Schrage, Grüne Gans

Sie sind seit 56 Jahren im Gasto-Geschäft – ein echtes Urgestein. Ein kleiner chronologischer Abriss Ihrer ­Karriere? Nachdem ich sieben Jahre auf See war und um die ganze Welt gefahren bin, landete ich aus ­familiären Gründen wieder in Osnabrück. Mein ­erstes Lokal war die Milchbar am Neumarkt. ­Danach hatte ich acht Jahre lang die „Drehorgel“ in der Nähe vom Rosenplatz, eine kleine ­Disco mit Soulmusik und viel ­Ärger mit den Nachbarn. Später eröffnete ich die Disco „Maro Polo“ an der Herrenteichstraße, eine damals sehr angesagte ­Location.

Wie ging es weiter? Vor 36 Jahren habe ich die ­„Grüne Gans“ auf­gemacht und die „Zwiebel“ von Helmut Rupp, (Pascals Vater) übernommen, weil er in den ­„Grünen Jäger“ wechselte. Dann eröffnete ich ­eines der ersten Bistros in Osnabrück, den „Elephanten“ (heute „La Vecchia Citta) in der Bierstraße. Später kam noch das „Holling“ an der Hasestraße dazu. Einige Jahre führte ich dann noch den „Stiefel“ (heute Joe Enochs Sportsbar und Biercarree). Jetzt habe ich mich auf die „Grüne Gans“ reduziert, wirke aber nur noch im Hintergrund.

Gibt es etwas, was früher besser als heute war oder umgekehrt? Jede Zeit hat Ihre Vor- und Nachteile und Eigen­arten. Ich bin kein Mensch, der alten ­Zeiten nachtrauert. Früher war auf der Großen ­Straße ab 20 Uhr kein Mensch mehr und die Altstadt war voll. Vor etwa 10 Jahren hat sich das mehr zum Nikolaiort ver­lagert.

Woher stammt die Idee zu Pfeffersteak? Ursprünglich aus Paris. Ich habe dort nach der ­Seefahrt ein Jahr in einem sehr feinen Hotel in der Nähe des Place de l’Etoile gearbeitet. Wir waren oft im Studentenviertel Quartier Latin unterwegs. Da gab es etliche Griechen, die direkt am Fenster ­einen großen Sichtgrill hatten. Das ist bei mir ­hängengeblieben. Ich dachte mir, Schweinesteaks ­passen eigentlich gut zu Bier.

Wieso hat die „Grüne Gans“ ein leuchtendes Auge auf dem Aufsteller? Das habe ich mir einfallen ­lassen, als ich mich mit LEDs ­beschäftigt habe. Es bedarf nicht viel, um die Aufmerksamkeit auf dieses Schild zu lenken.

Ihre Thekenphilosophie? Der Gast ist König. Wenn sich mehrere Gäste über etwas beschweren, sollte man das nie ignorieren, weil immer etwas Wahres dran ist.

Ein Satz zur Osnabrücker ­Altstadt? Ich hoffe, dass sie noch lange bestehen wird. Mich stört ein bisschen, dass Lokale wie die ehemalige „Ayva Lounge“ leer stehen. Dadurch wird die ­Altstadt in Mitleidenschaft gezogen. Es fehlt ­vielleicht ein ­großes Einkaufszentrum in ­unmittelbarer Nähe, das mehr Publikumsverkehr zieht.

Ihr Arbeitsausgleich? Spazierengehen, reisen, schwimmen, ein bisschen malen. Das Interesse an Gastronomie bleibt. Ich halte mich auch in anderen Städten auf dem Laufenden, auch wenn ich sicherlich nicht mehr so in der Szene bin wie früher.

Wo gehen Sie Privat aus? Bevorzugt in asiatische Lokale: indisch, japanisch, thailändisch etc. . Das „Baan Thai“ in Lüstringen ich herausragend. Ich probiere alle neuen Lokale in Osnabrück aus, aber ich wüsste jetzt keins, in dem ich ständig bin.

Text/Foto: Judith Kantner

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