Die Gastgeberin

Thayarni Kanagaratnam ist Thomas Bühners rechte Hand im Restaurant la vie. Für ihre Leistungen im Service des Sterne-Hauses wurde sie jetzt geehrt.

Ein Donnerstag im Januar, früher Nachmittag. Das Spitzenrestaurant in der Altstadt verabschiedet die letzten Mittagsgäste und bereitet sich auf den Abend vor. Thayarni Kanagaratnam hat ein paar Minuten zum Verschnaufen und setzt sich mit Thomas Bühner in die Lounge des la vie. Zeit für ein LIVE-Interview. Beide trinken einen Latte Macchiatto und Hündin Taiga macht es sich zu ihren Füßen bequem. Im Hintergrund prasselt ein Kaminfeuer, auf einem Flachbildfernseher. Tolle Idee – gefühlt wärmt es wie echt.

Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?

Thayarni Kanagaratnam: Die Menschen! Der tägliche Umgang mit unseren Gästen macht mir immer wieder auf’s Neue Spaß. Und dann das Teamwork. Ein Sterne-Restaurant braucht eine gute Mannschaft. Ich bin gerne Teil davon.

Sie managen den Abend – kann man das so sagen?

Thayarni Kanagaratnam: Im Prinzip ja. Ich empfange unsere Gäste so, als seien sie bei uns zu Hause eingeladen. Wir möchten jedem Einzelnen das Gefühl geben, dass er individuell und seinen Wünschen entsprechend behandelt wird, so dass er sich entspannt zurücklehnen und genießen kann.

Also kommen auch gestresste Gäste zur Ruhe?

Thayarni Kanagaratnam: Das passiert schon mal, zum Beispiel bei Gästen von auswärts. Wir hatten schon den Fall, dass Samstags abends ein Stau auf der A30 war und einige Gäste dadurch verspätet und gestresst eintrafen. Aber dann führe ich sie erstmal in die Lounge, zum Ankommen, und es gibt ein Glas Champagner. Das hilft immer.

Thayarni Kanagaratnam arbeit seit dem Beginn ihres Berufslebens in Häusern, die in Restaurantführern mit höchsten Auszeichnungen bedacht wurden. Im August 2000 wurde sie dann Restaurantleiterin des La Table im Casino Hohensyburg. Und 2006 hat sich das gesamte La Table-Team – unter der Regie von Küchenchef Thomas Bühner – für einen Umzug nach Osnabrück entschieden. In das la vie. Heute ist Thayarni Kanagaratnam Gastgeberin in einem Zwei-Sterne-Gourmetrestaurant. Dahinter steckt harte Arbeit. Eine Gastgeberin auf diesem Niveau verfügt über ein enormes Fachwissen – von der genauen Kenntnis des Menüs bis zu den rund 1000 Weinen im Keller des la vie, hinzu kommt ein ganz normaler 12-Stunden-Tag. Und immer wieder der Austausch mit der Küche und die Gespräche mit dem Gast. Auch in verschiedenen Sprachen.

Thayarni Kanagaratnam hat großen Anteil am Erfolg des la vie. Dafür ist die Gastgeberin Ende 2009 ausgezeichnet worden. „Der Große Restaurant & Hotel Guide 2010“ verlieh ihr für ihre herausragenden Leistungen, die sie gemeinsam mit ihrem Team erbringt, den Titel „Unser Service 2010“. Die Begründung der Jury: „Thomas Bühners kongeniale Arbeits- (und Lebens-) partnerin Thayarni Kanagaratnam begrüßt die Gäste sehr persönlich und zuvorkommend natürlich, dass man sich sofort wohl fühlt.“

Und am Ende eines Tages, wie entspannen Sie sich dann?

Thayarni Kanagaratnam: Zusammen mit dem ganzen Team bei einem Wein oder einem Bier. Manchmal bestellen wir nachts auch noch eine Riesenpizza für alle, oder wir treffen uns am nächsten Tag im Il Paradiso am Markt auf einen Kaffee. Das hat schon Tradition.

Wenn Sie die Rolle einer Gastgeberin auf den Punkt bringen sollten, was würden Sie sagen?

Thomas Bühner: Darf ich das vielleicht übernehmen?

Thayarni Kanagaratnam: Gerne.

Thomas Bühner: Ein Restaurant braucht eine Seele, ein Gesicht, das der Gast mit dem Restaurant verbindet – das erfüllt Thayarni Kanagaratnam.

Mario Schwegmann

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